Ein blauer Himmel. Temperaturen knapp über 20 Grad. Sonnenschein pur. Bei jedem Meter an der frischen Luft spüren Spaziergänger den Frühling. Erste Magnolien blühen zartrosa auf. Hier und da sehen aufmerksame Beobachter bereits die gelben Blüten der Goldköpfchen. Überall erwacht die Natur. Mit dem Motto „So heiter wie der Frühling sei dein Leben" für ihren literarischmusikalischen Nachmittag fügen sich die Lyrikerin Helga Schettge aus Magdeburg und der Musiker Georg Merbt aus Domersleben genau in diese Atmosphäre ein.
In der Osterweddinger Begegnungsstätte „Sülzetal" des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) las Schettge Gedichte aus ihrem neusten Buch, aber auch ältere Verse vor. Zwischendurch spielte Merbt Melodien zu Texten von ihr, die er selbst komponiert hat.
Zum 13. Mal hatte Schettge für einen Auftritt in Osterweddingen Verse ausgesucht, zum dritten Mal spielte Merbt am Klavier. „Ich bin überglücklich, dass ich Helga und Georg wieder für uns gewinnen konnte. Jeder Platz ist schon lange reserviert. Wir haben richtige Stammgäste und Fans. Da habe ich immer eine tolle Resonanz“, beschreibt die Vorsitzende vom DRK-Ortsvereins, Margitta Falkenberg, ihre Eindrücke. So eine Kultur in der DRK-Begegnungsstätte sei immer wieder ein wunderbarer Höhepunkt für alle Besucher. Auch Lyrikerin Schettge selbst freute sich über ihr Duett mit Merbt. „Der Frühling ist jetzt in uns drin. Da freuen wir uns ganz besonders drauf. Jeden Tag mache ich mich auf die Socken und laufe bis zu 20.000 Schritte, sammle dabei neue Ideen und Inspirationen, mache Fotos und verwandele die Eindrücke dann in Verse." Ihr Mann sage dann, dass sie dies doch schon 1.000 Mal gemacht habe. Sie aber wisse, dass jedes Frühlingsbild immer wieder einen neuen Zauber berge. Musiker Merbt ist einfach nur fasziniert von der lyrischen Schaffenskraft Schettges. Über 150 Melodien hat er schon eigens für ihre Gedichte komponiert.
Zum Einstieg las Schettge in Osterweddingen ihr Gedicht mit dem Titel „Zwischenstopp" vor: „Der Frost legt sich auf Blüten, und spricht: Habt ihr gedacht, dass ich so schnell verzichte auf meine kalte Macht. Schnell schließen all die Blumen die bunten Augen zu, sie kennen solche Scherze, gehen erst einmal zur Ruh. Doch wissen sie, die Kälte hat nicht das letzte Wort. Bald blühen sie aufs neue, ganz strahlend hier vor Ort."
Unter den Besuchern war Ingrid Meyer aus Osterweddingen. „Das ist meine erste Buchlesung. So eine Möglichkeit nehme ich natürlich wahr. Kultur hier gleich vor Ort in Osterweddingen, ist doch wunderbar“, betonte sie. Auch Romana Koch aus Osterweddingen gehörte zum Publikum. „Ich gehe gerne zu Buchlesungen und habe deswegen auch die Einladung bekommen. Sich mit Gedichten auf den Frühling einzustimmen, ist doch einfach schön." Für Doris von Somm aus Osterweddingen war es „im Winter so lange dunkel und kalt draußen, da ist es wunderbar, wenn Helga Schettge uns mit ihren Gedichten und Georg Merbt mit seinen Liedern in den Frühling holt.“
Manfred Martschitsch freute sich, im Kreis „der Bekannten einen kulturellen Nachmittag genießen zu können. Ein Gedichtvortrag ist immer angenehm. Hier lebt die deutsche Sprache. Wir freuen uns alle jedes Mal, wenn so eine Veranstaltung stattfindet."
Ein regelrechter Fan Schettges ist Jutta Hinke aus Stemmern. Sie verfolgt das Schaffen der Magdeburger Lyrikerin schon über zehn Jahre. „Ich schneide ihre abgedruckten Gedichte aus der Volksstimme aus und sammele sie in einer Mappe. Solch ein Auftritt ist wunderschön. Ich bin begeistert. Sie ist für mich wie eine Freundin, Wir haben schon intensiv Kontakt die ganzen, vielen Jahre."
Volksstimme, 13.04.2026 (Udo Mechenich)
