Das dreitägige Camp in der Heide hat mittlerweile Kultstatus bei den Rettern, denn hier treffen sich nicht nur die Profis aus der Region. Es wurde bereits zum dritten Mal ausgerichtet. Was war in diesem Jahr los?
Das Ausbildungs- und Trainingslager findet einmal jährlich in Mahlwinkel statt. Es wird gemeinsam von der Freiwilligen Feuerwehr Mahlwinkel und der DRK-Rettungshundestaffel Wanzleben organisiert und richtet sich an Rettungshundestaffeln, Feuerwehren sowie Einheiten des Sanitätsdienstes und der Notfalldarstellung.
An dem Training beteiligten sich in diesem Jahr Rettungshundestaffeln des ASB Magdeburg, der Malteser aus Braunschweig sowie die DRK-Rettungshundestaffeln aus Löbau, der östlichen Altmark, Naumburg, Wanzleben, Hamburg-Altona und Salzwedel. Von Seiten der Feuerwehren nahmen die ausrichtenden Gastgeber sowie die Feuerwehren aus Colbitz, Zielitz, Uchtdorf, Schernebeck, Klein Ammensleben, Dahlenwarsleben und Gersdorf teil.
Damit hat sich das Trainingscamp zu einer echten Großveranstaltung entwickelt. Das Training begann bereits am Freitagnachmittag und endete erst am Sonntagnachmittag. „Die zahlreichen Rettungshundestaffeln, Feuerwehren nutzten das Wochenende für realitätsnahe Übungen, fachlichen Austausch und gemeinsames Lernen“, beschreibt Riccardo Meiling, Leiter der Wanzleber Rettungshundestaffel.
Im Mittelpunkt des Trainingslagers stand besonders die Zusammenarbeit verschiedener Einheiten im Einsatzfall. So übten die Hundestaffeln am Sonnabend gemeinsam mit den beteiligten Freiwilligen Feuerwehren unterschiedliche Einsatzlagen. „Dabei ging es nicht allein um einzelne Handgriffe. Die Beteiligten beschäftigten sich auch mit grundlegenden Fragen der Zusammenarbeit“, berichtet Riccardo Meiling.
Dazu gehöre, welche Kompetenzen können bei einer Alarmierung angefordert werden, welche Aufgaben die einzelnen Einheiten übernehmen und wie eine Einsatzstelle sinnvoll eingerichtet werde. Wichtig sei auch, welche Informationen und Ansprechpartner benötigt werden und wie sich Abläufe so abstimmen lassen, dass im Ernstfall keine Zeit verloren geht.
„Diese Abläufe lassen sich nur begrenzt theoretisch vermitteln“, sagt der Rettungsprofi. „Gemeinsame Übungen schaffen ein besseres Verständnis für Rollen, Möglichkeiten und Anforderungen der jeweils anderen Organisation. Sie helfen dabei, Schnittstellen frühzeitig zu erkennen und die Zusammenarbeit im Einsatzfall sicherer zu gestalten." Für eine realistische Darstellung der Übungslagen sorgten zwei Teams der Notfalldarstellung. Das Team des Deutschen Roten Kreuzes Wanzleben übernahm vorrangig die Darstellung von Personen in der Rettungshundearbeit. Das Team Notfalldarstellung des DRK Börde gestaltete Verletzungsbilder und die Darstellung für die Feuerwehrübungen. Die realistischen Szenarien forderten die Einsatzkräfte zusätzlich und machten die Übungen besonders praxisnah.
„Neben der fachlichen Arbeit prägten Teamgeist, Neugier und der offene Austausch das Wochenende“, schätzt Riccardo Meiling ein.
Alle Mitglieder in der Rettungshundearbeit, Feuerwehr und Notfalldarstellung engagieren sich übrigens ehrenamtlich. Das Trainingslager habe deshalb auch den entsprechenden Raum geboten, Erfahrungen weiterzugeben, Kontakte zu vertiefen und voneinander zu lernen.
Unterstützt wurden die Gastgeber vom Eventpark Mahlwinkel, der das Gelände mit seinen Gebäuden und vielfältigen Möglichkeiten zur Verfügung stellte. „Das ist immer wieder eine tolle Grundlage für die Übungen und macht ein Trainingslager dieser Art überhaupt erst möglich“, schätzt Riccardo Meiling. Zudem haben die Retter treue Unterstützer und Sponsoren in Rogätz und Mahlwinkel, die sich um die Verpflegung kümmern - darunter den Heimatverein Mahlwinkel und die Familie Duhme.
Volksstimme, 15.09.2026 (Christian Besecke
