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Wanzleber Tafel wird digital

Zwei Mitarbeiterinnen sortieren Kisten mit gespendeten Lebensmitteln

Die Verwaltung soll modernisiert werden und Kundenausweise sind geplant.
Die Zahl der Bedürftigen ist stabil auf einem hohen Niveau.

Das Soziale Zentrum „Alter Bahnhof" des DRK­Kreisverbands Wanzleben kümmert sich um Bedürftige in der Region. Leiterin Barbara Schürmann klärt über den aktuellen Stand auf. 

Aktuell läuft die Umstellung auf die „Digitalisierung" und diese wird von der Tafel Deutschland unter dem gleichnamigen Begriff gefördert. Darunter ist hauptsächlich die Erfassung der Kunden und die geplante Ausgabe von entsprechenden Tafelausweisen zu sehen. „Künftig haben wir dann einen tagesgenauen Überblick über die Zahl der Kunden“, sagt Barbara Schürrmann. 

Der Vorgang an sich werde über mehrere Wochen laufen. Am Ende bekommen die Bedürftigen dann die entsprechenden Ausweise ausgehändigt. Das macht die Arbeit für die Helfer und Mitarbeiter des DRK dann auch einfacher. Angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Lage in Deutschland deutet sich in den ersten Wochen des neuen Jahres auch ein neuer Trend an. “Wir hoffen natürlich, dass das eher eine Momentaufnahme ist“, sagt die Leiterin. „Aber ich habe an einem Tag schon mehrere neue Kunden aufgenommen." 

Dabei handelt es sich um jüngere Leute. Eine Verbindung zur steigenden Arbeitslosigkeit in Deutschland liege nahe. Ein weiterer Trend hat sich inzwischen verfestigt. Immer mehr Rentner gehen den Weg zur Tafel. „Wenn die Bezüge nicht reichen, um damit auszukommen, dann sind wir für die Menschen da“, sagt die Leiterin. Sie fordert die Senioren dazu auf, den Weg in das Soziale Zentrum nicht etwa zu scheuen. Vielmehr hätten sie das Recht dazu, sich hier zu versorgen.

Die Tafelversorgung läuft inzwischen wieder wie gewohnt. Jeden Dienstag, Donnerstag und Freitag läuft die Ausgabe immer von 12 bis 13 Uhr. Dann öffnet auch jeweils der Kleiderladen in der Zeit von 10 bis 13 Uhr. In Sachen Altkleidern hat sich nicht viel getan, da der weltweite Markt zusammengebrochen ist (Volksstimme berichtete). In der Region stehen keine Sammelcontainer des DRK mehr und es gibt nur noch die persönliche Abgabe im Sozialen Zentrum.

Dabei schauen die Mitarbeiter auf den Zustand der Sachen. „Schließlich sollen sie hinterher auch im Kleiderladen angeboten werden“, erklärt Barbara Schürmann. Insgesamt haben die Abgaben aber auch abgenommen. „Die Menschen tragen ihre Sachen anscheinend auch länger“, fügt sie hinzu. Das sei angesichts der Teuerungen auch gut verständlich. Was dann ausgesondert werde, sei oft nicht gut wiederzuverwerten. 

Der Winter hat dafür gesorgt, dass das Zentrum zu Jahresbeginn an zwei Tagen geschlossen war. „Da waren keine Lieferungen und Ausgaben möglich“, erinnert sich die Leiterin. Auch die Tafelgänger hätten es bei Schnee oder Glätte schwer. Da stehe die Gesundheit aller im Mittelpunkt. Bei Extremwetter werde das Soziale Zentrum wieder so verfahren.

Die Spenden von den Bürgern zu den Feiertagen hätten zu einer guten Versorgung beigetragen. Die Tafelversorgung aus dem Großlager Hohenerxleben laufe zudem stabil. „Hier bekommen wir wirklich gutes Gemüse und Obst“, sagt Barbara Schürmann.

Außerdem habe sie sich sehr über die große Beteiligung der Bürger an der Aktion „Wunschbaum" gefreut. Diese wird von der Stadt Wanzleben-Börde angeboten und der DRK-Kreisverband ist einer der langjährigen Partner. Vor Ort gibt es zudem Angebote für die Bürger. So trifft sich am Montag der Handarbeitsclub für Senioren von 13 bis 15 Uhr, mittwochs gibt es den Seniorensport von 15 bis 16 Uhr. Am Donnerstag treffen sich die Juniorhelfer von 15 bis 16 Uhr. Letztere könnten durchaus noch Verstärkung gebrauchen. Interessierte Kinder seien gerngesehen.

Volksstimme, 05.02.2026 (Christian Besecke)